3,7 cm Pak 35/36 im Schnee - Teil 1

Ein kleines Diorama aus Wargamingbausätzen

Da ich lange keine Zeit und Muße für mein Hobby hatte, habe ich ein kleines Diorama begonnen, um wieder etwas in Übung zu kommen. Außerdem ist es mein zweiter Versuch, eine Winterszene darzustellen.

Ausgangsbasis sind die Pak 35/36 und der russische Aufklärungstrupp von Zvezda aus der "Art of tactics"-Serie. Figuren, Geschütze und Fahrzeuge sind für das gleichnamige wargame konzipiert, lassen sich aber auch sehr gut für den Standmodellbau nutzen.

Um die schöne, aber recht einfach gehaltene Pak aufzupeppen kam noch ein gedrehtes Rohr von Aber dazu.

Als Basis dient ein Holzsockel, den ich letztes Jahr in Wesel von Sockeldesign Ralf Hartmann aus Dortmund günstig erstanden habe.

Für den Geländebau verwende ich Molto Holzreparaturspachtel, Gräser von Mininatur und etwas Wurzelgeflecht von Gartensträuchern ( Wurzeln und Wurzelgeflecht für den Bau von Bäumen und Sträuchern fallen regelmäßig bei der Gartenpflege an).

 

Die Pak 35/36 von Zvezda ist aus einem weichen Polystyrol, welches sich wie Weichplastik anfühlt. Tatsächlich läßt sich dieses Plastik aber hervorragend mit normalem Plastikkleber kleben und fast genausogut bearbeiten wie das gewohnte Hartplastik anderer Bausätze.

Der Bausatz besteht aus einer handvoll Teile, die schnell zusammengebaut sind. Trotzdem erhält man einen recht ordentlich detaillierten Basisbausatz.

Ich habe an den Holmen  die Erdsporne ausgeschnitten und die angedeuteten Rangiergriffe entfernt. Die Griffe wurden aus Polystyrolprofilen neu gemacht. Auch diese ließen sich problemlos mit Plastikkleber ankleben.

Das Rohr wurde durch ein gedrehtes Alurohr von Aber ersetzt, auch hier ließ sich das Bausatzrohr, welches mit Rohrrücklauf und Verschluß ein Bauteil bildet, problemlos wegschneiden und der Rücklauf ausfräsen. Das Rohr habe ich mit Sekundenklebergel festgeklebt, auch hier keinerlei Probleme.

Ein paar Grate muß ich noch versäubern, ansonsten ist die Pak im großen und ganzen fertig.

Ergänzt habe ich noch die Streben des Pakschildes und die Richträder, da diese im Bausatz fehlen. Was in meinen Augen bei dem Preis des Bausatzes aber kein Problem ist. Ich habe die fehlenden Teile mittels Plastikprofil und Teilen aus der Grabbelkiste ergänzt.

Wie man hier sehen kann, ist das Profil der Räder sehr ordentlich.

Wie man sieht, ist der Sockel mit zwei Geraden und einer halbrunden Seite exzentrisch, dadurch bot er sich für diese kleine Szene besonders an.

Mittels des Holzreparaturspachtels habe ich die Bodenstruktur aufgebracht, das ganze etwas anziehen lassen und dann ein Stück Holzzaun aus dem Eisenbahnzubehör eingesetzt, sowie etwas Wurzelgeflecht als trockene Sträucher / Hecke.

Figuren und Pak wurden für eine Stellprobe hinzugefügt.

Der Baustaz der Pak enthält zwei Mann als Bedienung, diese sind jedoch im Gegensatz zum Verpackungsbild in Sommeruniform, nicht in Winterkleidung. Und trotzdem Sie von guter Qualität sind, wollte ich ein Winterdiorama bauen. So kam ich auf die Idee, ich könnte ja das russische Aufklärungsteam in Ihren Tarnanzügen zweckentfremden.

Gedacht - getan. Die Figuren sind aus einem härteren Polystyrol als die Pak, lassen sich aber dennoch leichter biegen als Hartplastik. Durch austauschen der Köpfe und entfernen der russischen Ausrüstung wurden aus Russen deutsche Fallschirmjäger. Bei der stehenden Figur habe ich die MP in den Händen durch eine Stielgranate 41 ersetzt um Sie in die Gruppe einzupassen.

Die Figuren von Zvezda sind von sehr gut bis geht so detailliert, in einigen Bereichen ist Nacharbeit nötig, aufgrund des verwendeten Materials geht das jedoch recht einfach.

Hier sieht man, das die Oberfläche des Pakschildes eine Schraffur aufzuweisen scheint, das ist mir erst auf dem Foto aufgefallen. Sehr ärgerlich, mal sehen was es damit auf sich hat und wie man das gegebenenfalls beseitigen kann.  Einige Details sind brauchbar wiedergegeben, es fehlen jedoch einige Nieten.

Der untere Schutzschild ist schlecht detailliert, das werde ich wohl nicht überarbeiten sondern kaschieren.

Den Untergrund habe ich mit Vallejo-Farben bemalt, eine Mischung aus Grünbraun Feldgrau.

Bei der kleinen Fläche kommt man fix voran. Nach einem dünnen washing mit Umbra Ölfarbe (welches auf den Bilder nicht zu erkennen ist)  habe ich lange und kurze Grasbüschel aufgebracht.

Das washing ist eher Gewohnheit, da ja das meiste mit Schnee überdeckt wird.

 

 

Als nächstes folgen Laub (Material von Noch) und etwas Unterholz / Gestrüpp. Dafür habe ich kleingebröseltes Wurzelgeflecht verwendet.

3,7 cm Pak im Vergleich

Von Links nach rechts: UM - Dragon - Zvezda

Alle drei Geschütze haben Stärken und Schwächen.

Für den UM - Bausatz sprechen der Preis und das Zubehör. Der Bausatz enthält 2 Geschütze, eine 4,2 cm Pak und eine 3,7 cm Pak. Klarer Vorteil der UM - Bausätze sind der Preis, der bei knapp 10,--€ liegt und die beiliegenden Ätzteile. Außerdem ein einmaliger Pluspunkt: dies ist der einzige Hersteller, der neben den Granaten auch noch Munitionskisten imm Bausatz hat (für jedes Geschütz eine, aus Ätzteilen).

Nachteilig sind die sehr schlechten Räder (habe ich hier durch selbstgegossene Resinräder ersetzt) und falsch detaillierte Holme der Lafette. Man sieht, das der Basisbausatz das russische Lizenzgeschütz ist.

 

Für Dragon spricht in meinen Augen nichts, die UVP von € 18,95 für eine 7,5 cm Pak, eine 3,7 cm Pak und 5 Figuren ist ganz schön happig. Dafür bekomme ich glatt 6 Zvezda-Geschütze mit 12 Mann Bedienung - aua.

Besonders ärgerlich an dem Bausatz sind die Breitreifen (da hätte Dragon doch wenigstens auch Alufelgen beilegen können), die zu kurzen Holme der Spreizlafette und was ich nie im Leben verstehen werde - wie bitte kann man bei einem Anhängegeschütz, das auch in einem Bausatz mit Zugfahrzeug angeboten wird, die Zugaugen vergessen ???

 

Das Zvezda-Wargaming-Modell punktet eindeutig mit dem Preis - € 2,99 für ein Geschütz mit zwei ordentlich detaillierten Figuren.

Die Räder sind erstaunlich gut detailliert, so das ich zu der Auffassung gelangte, Sie zu verwenden und nicht zu ersetzen.

Das Rohr und das untere Schutzschild sind ein großes Manko, das Rohr läßt sich recht einfach durch ein gedrehtes ersetzen, fehlende Handräder und Schildstreben kann man mittels Plastikprofilen einfach, schnell und billig nachrüsten.

Was die Qualität des oberen Schutzschildes angeht, es muß dünner geschliffen werden, zumindest an den Kanten.

Das untere Schutzschild muß entweder ersetzt oder kaschiert werden, keine Frage.

 

Mein Fazit : Das Zvezda-Modell besitzt genug Potential, um ein schönes Modell daraus zu machen. Und der Preis spricht spricht für sich.

Ich habe die Grate verschliffen, eine Schaufel an den unteren Schutzschild geklebt um die fehlenden Details zu kaschieren und die Pak mit Mr.Surfacer 1000 grundiert. Nach der Grundierung war von der Schraffur auf dem oberen Schutzschild nichts mehr zu sehen. Allerdings habe ich im linken oberen Bereich eine Sinkstelle entdeckt, diese muß ich noch spachteln und verschleifen.

Insgesamt macht die Kleine eine gute Figur, finde ich. Ich muß die Grate auf den Reifen noch entfernen und werde versuchen, den oberen Schild an den Kanten noch etwas dünner zu schleifen, ansonsten ist Sie ok.

Auch die Figuren haben Ihre erste Grundierung mit Mr.Surfacer 1000 erhalten, nachdem ich Sie mit Magic Sculp verspachtelt und Waffen und Ausrüstung ergänzt habe. Durch die Grundierung sehe ich besser, wo noch etwas nachgearbeitet werden muß.

In manchen Bereichen sind die Figuren von Zvezda sehr schön detailliert, in anderen kann man etwas nacharbeiten. Was mich aber für diese Figuren begeistert, sind die stimmige Anatomie sowie die lebendigen Posen.

Wie schon erwähnt sind die 3,7 cm Pak-Granate und die Stielgranate 41 aus dem Bausatz von UM.

Nebenbei habe ich eine kleine Munitionskistenproduktion angefangen.

Munitionskisten für die 3,7 cm Pak sind in 1/72 Mangelware. Beim UM - Bausatz liegt eine fotogeätzte Kiste bei. Diese habe ich zusammengebogen und abgegossen. Für dieses Diorama ist die Kiste ausreichend für mich, allerdings werde ich einige der Abgüsse nochmals überarbeiten und dann als Master für eine "Serienproduktion" nehmen. Granaten folgen demnächst auch noch.

Noch schlecht zu erkennen ohne Farbe - eine Kiste habe ich inzwischen "geöffnet".

Mit der Bemalung der Figuren habe ich auch begonnen. Dazu benutze ich in erster Linie Vallejo-Acrylfarben.

Kleiner Fortschritt an der Pak. Nach Vorbildfotos habe ich vier Haken aus Blechstreifen gebogen und am Schutzschild angebracht. An diese Haken habe ich dann Munitionskisten gehängt.

Die Figuren haben ein washing mit hellgrau erhalten - bin mal gespannt, was daraus wird, da ich bisher noch keine Figuren in Wintertarnanzügen bemalt habe.

Ein weiterer kleiner Schritt ist in Arbeit: Der Behälter für die Stielgranate 41. Als ich darüber nachdachte, wie sich die stehende Figur ins Gesamtbild einfügt, kam mir die Frage in den Sinn, wie eigentlich die Stielgranate in seine Hand kommt. Also habe ich mir us einem Stück Plastikrohr ( Haltestiel eines Luftballons) und etwas dünnem Blech einen Behälter gebaut.

Ich habe mit einem Dremel auch eine leichte Gravur in die Hülle eingefräst...

...wie man nach dem Grundieren erkennen kann, ist das aber doch sehr krumm und schief.

und meine Mutter hat immer gesagt "Junge, iss keinen gelben Schnee". Nach dem einschneien mit Micro Balance, einem sehr feinen weißen Pulver das sehr schön nach Neuschnee aussieht, verfärbte sich der "Schnee". Ursache ist das braune Laubmaterial von "Noch". Schade eigentlich...

Die eingeleiteten Rettungsversuche verliefen nicht wirklich zufriedenstellend. Trotz zweifacher Versiegelung kam die gelbraune Farbe nach dem ernauten einschneien immer wieder durch. Auch verschwanden die Bodenstrukturen komplett unter der Schneedecke - so war das nicht geplant.

Ebenso scheiterte der Versuch, das ganze durch lackieren wieder ins Lot zu bringen.

Einer der Vorteile des Holzreparaturspachtels, den ich für die Bodenstruktur verwende - man kann ihn leicht wieder runterschneiden. Ich habe nicht lange überlegt und beschlossen, nochmal von vorn zu beginnen.

Dabei habe ich gleich nochmals über die Ausrichtung nachgedacht und die halbrunde Seite des Sockels mehr nach vorne gedreht.

Pak und Munitionskisten haben inzwischen Ihren Basislack erhalten, der Rückschlag mit dem Dio hat mich nicht entmutigt.